zur unzeit

in diesen tagen
sitzt du im off
und
schaust der zeit zu

nicht das irgend
´was wichtiger ist
als staub im sonnenlicht

das auch gefühlen
der atem ausgeht
konntest
du doch nicht wissen

immer noch schaust du
der zeit zu
und
denkst unerwartet an engelwesen

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Bob D’s Traum

Was hast du gesehen auf
auf der Straße hierher?
Was hast du gehört an
an den Grenzen der Stadt?
Was hast du gefühlt in
den Schatten der Nacht?

Auf den Straßen das Drängeln
vieler nackter Leiber.
An den Grenzen das Flüstern
erschöpfter Sterne.
Und tief in den Schatten
der Herzen Furcht.

Lasst mich das Heute vergessen bis Morgen!
Seht mich tanzen fern ab aller Sorgen!
Folgt mir tief in die heimlichen Räume
in die Nebel der langen Nacht!

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Berlin #2

The city swallowed the essence of man
Red ghosts tumbled with flickering wings
Down the lane . . .
. . . der Bass setzt dem Blues
harte Akzente zwischen die Akkorde
der Strat.

Er wusste,
es kann nur diese
eine sein.
Er hätte sie überall herausgehört.

Ohne die Stadt kann er sich
nicht vorstellen
zu sein.
Er müsste sich völlig neu erfinden.

Tief dringt der Blues
der Stadt in seinen
Rhythmus.
Seine Identität ist urban.

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Rilke postmodern

Als Rilke gestern Abend kam,
Stand der Bong schon auf dem Tisch.
Und mit dem Stift, den er sich nahm,
Schrieb er ´nen Vers auf diesen Wisch:

Das Leben äußert sich als Illusion,
die Wirklichkeit ist Konstruktion!

Bekifft und ausgelassen,
Wie Rilke später war,
Konnte er kein Wort mehr fassen
Und kam auch nicht mehr klar.

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Frühling #2015

Der Traum vom großen Glück – ein Spleen
Zerplatzt in tausend Blasen
In denen bunte Segel ziehn
Die Wünsche wissen nicht wohin
Am Mast stehn die Komparsen
Und dreschen leere Phrasen

Das Glück kennt seine Ewigkeit
Der Traum erkennt sein Ziel
Die Wünsche wandern meilenweit
Bewirken manchmal viel

Die Frühlingssonne scheint noch weit
Für Blüten nicht die beste Zeit
Zum Himmel strecken alte Eichen
Kahle Äste in den kalten Wind
Manch traurige Gedanken reichen
An ein versunk´nes Mondenkind

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In Kreuzberg

In diesen Tagen hängt die Sonne
Blass zwischen den Wolken
Die den Kreuzberger Himmel
Wie eine Höhlendecke erscheinen lassen
Es ist nicht abzusehen was
Die nächsten Tage ans Firmament
Über mir schreiben werden
Es ist aber ausgemacht dass
Ich meinen Wein austrinken werde
Während du mit leeren Händen
Durch meine Gedanken irrst
Und die Küsse die mir gehören
Lustlos den Landwehrkanal hinabtreiben
Aus Griechenland und der Ukraine
Erreichen uns Meldungen die
Von Tag zu Tag gleich klingen
Und den Abgesang auf Europa anstimmen
Es ist nicht schwer Putin zu hassen
Für das was er tut
Viel schwerer ist es zu lieben
Ohne sich ein Bildnis zu machen
Du schaffst es vielleicht noch
Kaffee für uns zu kochen
Obwohl du Lust auf Tee hast
Aber schaffst du es auch
Den Zuckerwürfel aufzuheben
Der unter den Tisch gefallen ist.

für Jürgen Theobaldy

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Murakami

vögel zwitschern laut
aus der dusche perlt gesang
über meine haut
ein durstiger tag
am himmel ziehen wolken
geister rufen laut
zauberwaldpflanzen
ihre vielfältige spur
dringt in meinen traum
liebliche winde
spielen in meinen haaren
und verwehen schnell
flammender abend
welch´ ein herrliches schauspiel
wenn die sonne sinkt
ein zartes leuchten
zart wie liebesgeflüster
die neue sonne

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